Versos German Johann Baptist von Alxinger Die Verlassene

German poem

Die Verlassene

by (1755–1797)

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Ach, mein Busen hebt sich bange, Nichts als Klagen stöhnt mein Mund, Und die abgehärmte Wange Ist von meinen Thränen wund!

Und auch du hast ihn zerrissen Diesen dreymal heilgen Bund, Den mit seinen Erstlingsküssen Dir versiegelte mein Mund.

Weh mir! was ist Männertugend, Wenn sie so der Treue lohnt? Nicht die Liebe, nicht die Jugend, Nicht die Unschuld selber schont!

Weh mir! was ist Männerliebe? Nicht ein inniges Gefühl, Grobe, thierverwandte Triebe, Sinnenweide, Fibernspiel.

Winseln kan sie, flehen, zanken; Aber dauern wird sie nie, Unsre Härte setzt ihr Schranken, Der Genuß ersticket sie.

Ich, in deren kranken Herzen Noch die böse Liebe flammt, Bin zu Duldung ihrer Schmerzen Und zu stetem Gram verdammt.

Doch in öden Einsamkeiten Wein’ ich gern, wenn mein Geschlecht An der Männer Grausamkeiten Mich durch Haß und Kaltsinn rächt.