Versos German Johann Baptist von Alxinger Friedensfeyer 1779

German poem

Friedensfeyer 1779

by (1755–1797)

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Der Engel Gottes kömmt, rings in den Wiederhallen Ist seines Panzers Klang, um ihn Zieht furchtbar Dunkel sich, die düstern Locken fallen Ihm auf die Schulter hin.

Ein flammend Rachschwerdt in der Rechten, in der Linken Ein Donnerwetter, stürmet er, Gesendet, daß durch ihn die Feinde Gottes sinken, Durch alle Himmel her.

So kam Theresens Sohn, nach lang verhaltnem Grimme, Als über Böhmens Feldern stand Die schwarze Kriegeswolk’, und schon des Pflügers Stimme Ob seiner Hütte Brand,

Und seiner Kinder Raub, und Plündrung seiner Scheunen Laut jammernd sich erhub; ein Ru: So macht der Fürst sich auf, so eilet er den Seinen Mit jeder Rettung zu.

Und führt, erhabner Prinz! dein Bruder und dein Vater Dich von dem hohen Kaiserhaus Aufs Schlachtfeld, bildet dich zum künftigen Berather, Zum Helden Oestreichs aus.

O singen will ich nicht den trüben Scheidungsmorgen! Therese ließ euch von sich ziehn; Zwar stürmten durch ihr Herz die endelosen Sorgen Der Mutter, und der Herrscherin.

Doch betete sie auf mit tröstlicher Geberde Zu Gott, der Kriegesschaaren Gott: „Der mich, da rings umher die Mächtigen der Erde „Mit starkem Arm gedroht,

„Mit stärkrem hielt, du HErr wirst winken den Geschützen „Den Weg, wo ihre Zelten stehn, „Vorbey zu donnern, du durch deinen Engel schützen „Die lieben Scheidenden!“

Triumph! er schützte sie. Die königlichen Brüder, Verwüstung zeichnet’ ihre Bahn Vordem, sie rauschten von den Bergen Böhmens nieder Als wie ein Ozean:

Ha! beide standen jetzt, und mühten sich zu wenden Die ihnen drohende Gefahr, Und selbst der graue Held both jetzt mit müden Händen Zuerst den Oelzweig dar.

Heil ihm, daß er ihn both, das Blut der Deutschen schonend! Heil zwiefach dir, der du ihn nahmst Mein Kaiser! Schön ist zwar, mit Palm’ und Lorbeer lohnend, Der Weg, von dem du kamst:

Doch ach! er ist auch roth vom Blute, naß von Thränen, Feucht von der Starken Todesschweiß; Der Menschenschätzer kan sich nicht nach Kränzen sehnen Erkauft um diesen Preiß.

Gesegnet seyst du denn mit tausend Freudenzähren, Gesegnet deiner Vaterstadt Du Volkserhalter, der den Weg der blutgen Ehren Gezwungen nur betrat!

Gesegnet mit ihr Starken alle, du ein Sieger Auch ohne Schlacht Held Laudon du! Dich ehret dein Monarch, dir jauchzen Oestreichs Krieger, Und Friedrich selbsten zu.

Und du voll Eigenglanz, o Haddik! der gedrungen Einst mitten durch der Feinde Reyhn, Und in der Königsstadt die Fackel hoch geschwungen, Du rascher Lichtenstein,

Der auch im Frieden sich zur Heldenarbeit stärket, Auf dem der Geist des Oheims ruht! Du weiser Lacy, der dem Blöden unbemerket Im Stillen Wunder thut!

Und du des Ungars Führer, Führer des Kroaten O Wurmser, dessen krummes Schwerdt Der Todessense glich, und das nach grossen Thaten Nun in die Scheide kehrt!

Genießt, o ihr verdients, der Ruhe, die der Friede Und Joseph und Theres’ euch beut: Ihr dankt ja eurem Heldenmuth und Sinends Liede Schon lang Unsterblichkeit.