Versos German Johann Gottfried Herder Lied an die Gesundheit

German poem

Lied an die Gesundheit

by (1744–1803)

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Gesundheit, Himmelskind! Der besten Gaben Quelle du, Aus der uns Segen, Lust und Ruh In süssen Strömen rinnt.

Womit erzürnt' ich dich? Daß du die kleine Hütte fliehst, Wo Alles dich so gern genießt Und athmet dankbarlich.

Seit du von mir entflohn, Ist Leben und Vergnügen hin, Und keine Pflanze will mir blühn Und ich verwelke schon –

In bester Jugend Grün. Du solltest noch mir Freundin seyn, Mit Lebensfrüchten mich erfreun Und meine Blüthen fliehn.

Du liebst das freie Land, Ich suche dich durch Thal und Höhn Dich zu erathmen, dich zu sehn, Wohin? wohin? gewandt.

Ich tauch' ins kalte Meer Und trinke Quellen, wo dein Bild In jeder Well' und Woge quillt, Und dürste lechzender.

Ach, als ich dich genoß, Wie war mir jeder Morgen neu, Wie athmet' ich so frisch und frei In deiner Güte Schoos.

Wo bist du, seelge Zeit? Was fand ich denn auf aller Welt, Das mich um dich entschadet hält, O Lebens Fröhlichkeit.

O kämst du wieder mir, Und schlüge wieder frisch mein Herz, Ich lachte Glücks und Ruhmes Scherz Und diente, diente dir.

Auf frühem Thaualtar, Brächt' ich, mit emsig reiner Hand, Dir täglich meines Herzens Pfand, Gebet und Liebe dar.

Und Fleiß und Mäßigkeit Sollt' hie und da am Altar stehn, Und Unschuld mir zur Seite gehn, Die frohe Lebenszeit.