Versos German Johann Karl Wilhelm Geisheim Hundert Jahre nach J. Haydn’s Geburt

German poem

Hundert Jahre nach J. Haydn’s Geburt

by (1784–1847)

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Breslau, den 31. März 1832.

Es ist doch eine schöne Sach’ Um einen großen Mann! Jahrhunderte tönt Dank ihm nach, Und tönt ihm himmelan. So, Joseph Haydn heut dir Dies Jubellied erklang; Und ferne Nachwelt, so wie wir, Bringt einst dir Lobgesang.

Beneidenswerth ist uns dein Loos, Obgleich du nicht mehr bist; Denn Jeder wäre gerne groß, Wenn noch so klein er ist. Du kamst so arm in diese Welt, Und gingst aus ihr so reich, Europa’s Sternen zugesellt, An Ruhm Heroen gleich.

Eh’ Sepperl in der Stutzperück’ Ein Joseph Haydn ward, Wie lange war sein geistig Glück Mit Erdennoth gepaart. Und von des Knaben Zauberholz, Drauf er zuerst gegeigt, Welch ernster Eifer! eh’ mit Stolz Auf ihn nun Deutschland zeigt.

Der Himmel freilich hat dabei Sein Wunderwerk gethan; Denn ohne Geisterzauberei Bricht keine Kraft sich Bahn. Und haben wir auch Stutzperück’, An Geigen manch’ Stück Holz, Noth aber thut uns doch das Glück, Gebräch’s auch nicht an Stolz.

Den Stolz doch treib’ uns Haydn aus, Der hochbescheidne Mann, Deß Herz, ein heitres Gotteshaus, Auf Menschenglück nur sann; Der jedem schönen Streben gern Gab seine Bruderhand, Der, von des Neides Jammer fern, Nie einen Feind gekannt.

Wie wäre sonst so himmelsfroh, So selig sein Gesang; Ein edles Herz nur singet so, Wie ihm die Schöpfung klang. Ja, klingt es so in eurer Brust, O, dann verzweifelt nicht, Daß auch zu eurer Schöpfungslust Ein Gott sein Werde spricht.