German poem
Trinklied
by Johann Karl Wilhelm Geisheim (1784–1847)
Sitz’ ich bei meinem Glase, Dann hör’ und seh ich nicht, Hör’ nicht, was die Frau Base Von Welt und Zeiten spricht. Mit eurem Zeitvertreibe Von Hundepost und Kost Bleibt, Qualmer, mir vom Leibe Bei meinem reinen Most.
Wollt ihr mich unterhalten, Müßt lauter ihr, wie Wein, Ohn’ Spalten, ohne Falten, Ohn’ Achselzucken sein. Quält’s euch, so quält im Hause Euch redlich ab, doch dann Kommt her zum Götterschmause, Und denket nicht mehr d’ran.
Hier, bei dem guten Trunke Komm’ guter Klang in Schwang; Den Funken weckt der Funke, Es weckt der Klang Gesang; Dann singen wir von Weibern Wie von den Engelein; In allen Erdenleibern Ziehn frohe Götter ein.
Wir sehn in Himmelsklarheit Das Leben von den Höhn; Uns flammt die ew’ge Wahrheit: Die Welt ist doch so schön! Daß sie uns Keiner schimpfe; Denn Wahrheit wird dann kraus, Und wild und sonder Glimpfe Schreit sie dann: Narr, hinaus!