German poem
Todtenfeier
by Johann Karl Wilhelm Geisheim (1784–1847)
Laßt die Trauerglocken schallen, Laßt uns zu den Friedenshallen Der geliebten Todten wallen, Zu der Heimgegangnen Grab. Aller Seelen hehrem Tage Töne, Liebe, deine Klage In des Todes Land hinab.
Wie ruht so sanft dort unter stillen Hügeln, Was einst so lieb uns war: Der Väter, Mütter, Kinder, all der Freunde Schar! Es schwebt auf seinen Engelsflügeln Der Friede Gottes über ihrer Bahn. In seiner Himmelsgnade Segen Ruh’n sie dem Tag’ des Herrn entgegen, Den ew’gen Frieden zu empfahn.
Eh’ wir zu euch gelangen, Ihr Lieben, durch den Tod, Von eurem Kranz’ umfangen, Im ew’gen Morgenroth: Soll heilig uns hienieden Der Tag der Todten sein, Und eurem Himmelsfrieden Sich unsre Andacht weihn.
Selig sind die Leidtragenden! – Von den grünen Grüften tönt Des Himmels Trost euch Klagenden. Des Herzens Liebling, sternbekrönt, Ruft Starken, wie den Zagenden Aus seines Grabes Ruh Muth, Muth! euch zu.
Muth zum Kampfe, Muth zum Leben, Muth zum Tod’ in Gottes Hut; Muth in Freud’ und Leid ergeben, Ihm zu weihen Gut und Blut.
Herr der Freuden, Herr der Leiden, Hort im Leben, Trost im Scheiden, Sei bei uns in Glück und Noth, Steh uns bei in Zeit und Tod.