Versos German Johann von Lupul Am Abend

German poem

Am Abend

by (1836–1922)

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Immer dunkler wird der Abend, Und der Tag gieng längst zur Ruh, Nur das Lüftchen kühl und labend, Fächelt mir Erquickung zu.

Aus der schwarzen Wolkenschichte, Eingehüllt im Nebelflor, Taucht mit bleichem Angesichte, Träumerisch der Mond hervor.

Und ergießt die Silberstralen Ueber Wiesen, Wald und Thal, Die vom Liede laut erschallen, Der geliebten Nachtigall.

Und so taucht in lichter Helle, Neubelebt und ewig jung, Aus der Tiefe meiner Seele, Freundliche Erinnerung.

An die Zeit die rasch entschwunden, Gleichwie eine Traumgestalt, An des Lebens schönsten Stunden, Mahnt sie mich mit Allgewalt.

Süße Träume, wunderbare, Freundlich mild, voll Lebensglück, Führt sie meine Kinderjahre Ins Gedächtniß mir zurück.

Und mit ihnen im Vereine, Manches längst erlosch’ne Bild — Es erglänzt im Abendscheine, Das bethaute Lenzgefild.

Dämmerschein und Waldgesänge, Schwärmerische Abendruh! Führet mir die Jubelklänge Meiner süßen Kindheit zu.