German poem
Die Jobsiade — Vierunddreißigstes Kapitel
by Karl Arnold Kortum (1745–1824)
Zeiget kürzlich, wie sich alles weit besser hier gereimet habe, als im ersten Theile.
Ich kann mich mit der Geschichte von Hieronimi Leben Dermalen nun nicht weiter abgeben, Sondern lasse ihn im vergnügten Besitz Der schönen Pfarre zu Ohnewitz.
Sintemal wider jedes Denken und Verhoffen, Im zweiten Theile alles besser eingetroffen, Als es vormals im ersten Theile geschah; Denn nun ist die Erfüllung von allem da,
Was der Traum der Frau Jobs ihr geprophezeiet, Und Frau Schnepperle gephysionomeiet, Und Frau Urgalindine gesaget wahr; An allem fehlt nicht ein einziges Haar.
Indessen muß man doch darum nicht trauen Und auf dergleichen Vorbedeutungen bauen; Denn ich sage es und bleibe dabei, Es ist Aberglauben und Dummerei.
Wir wollen uns vielmehr zum Beschluß bemühen, Aus der Geschichte einige Lehren zu ziehen; Denn ein solch Büchlein ohne Moral Schließt sich zu trocken und schmecket zu schal.
Ob noch ein dritter Theil künftig werde erscheinen, Will ich weder bejahen noch verneinen, Doch glaub ich, ein geehrtes Publikum hat An den zwei Theilen schon genug und satt.
Sonst läßt sich von Herrn Jobs künftigem Betragen Noch manches, theils Lustig's, theils Ernsthaftes, sagen, Welches ich mir dann auch in der Still' Zum möglichen Gebrauch notiren will.
Da könnte es mir dann auch vielleicht gelingen, Seine Schwester Esther gut unterzubringen: Auch machte vielleicht der Franken Revolution Bei seinem Schicksal eine Diversion.
Kurz, an Stoff zum Lügen und zum Erzählen Würde es mir schwerlich auch künftig nicht fehlen, Und zu einem solchen Knittelgedicht Gehört auch eben kein Kopfbrechen nicht.