German poem
Was Musen wo kein Geld ist
by Kaspar von Stieler (1632–1707)
Pakket euch/ ihr Pierinnen/ wo ihr mir nicht helffen könnt! Föbus/ Pallas/ weicht von hinnen/ nicht ein Blikk sey Euch vergönnt! wo nicht euer Reimen-zwingen sie zur Gunst vermag zubringen.
Eitle Feder/ sey zerstossen/ sey verflucht/ verlacht Papier! Nu mich Kloris außgeschlossen/ nüzzt mir keiner Verse Zier. Nu der Geiz sie hat verblendet: ist mein Dichterwerk geschändet.
Darum hat mir euer Feuer meine Brust nicht auffgeflammt/ darum hab' ich zu der Leyer meine Finger nicht verdammt daß ich wolte Mavors Helden/ Krieges-Zucht und Schlachten melden.
Daß ich des Gestirnes Läuffe/ Größ' und Einfluß schreiben solt'/ Meiner kleinen Hirten-Pfeiffe/ ist die Kloris der nicht hold: wil ich sie in stükken schmeissen und den Lorber-kranz zerreissen.
Jupiter/ schikk Blizz und Wetter in den schnöden Goldes-schacht/ Seng/ verbrenn/ zerreiß/ zerschmetter dehn/ der um die Ufer wacht auff die Perlen und Gesteine/ die uns Hirten ungemeine.
Daher ist die Hoffart kommen daher hat der grimme Neid seinen Anfang erst genommen/ darum ward zur Abend-Zeit erst die harte Tühr verschlossen und ein Armer außgestossen.
Daher wurd' ein Hund gehalten der doch Augenbliklich schweigt wenn ihm eine Hand der Alten Panken-tahler wird gezeigt. So hat Zeus mit Goldes-tonnen Danens Jungfrauschafft gewonnen.
Aber du/ der du mit Gaben mich Verliebten stössest auß/ Feuer/ Wind und Diebes-Raben stürzen dein hochprangend Hauß biß es möge gleich der Erden und mit dir vertilget werden!
Des Fünfften Zehens Ende.
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