Versos German Ludwig Uhland Allgemeines Deutsches Kommersbuch:57

German poem

Allgemeines Deutsches Kommersbuch:57

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sein! das soll es sein! das, wack=rer Deutscher, nen=ne dein! (Strophe 7–9 in voriger Nummer.)

1. Wenn al=le un=treu wer=den, so blei=ben wir doch daß im=mer noch auf Er=den für euch ein Fähn=lein treu, sei. Ge=fähr=ten uns=rer Ju=gend, ihr Bil=der bess=rer Zeit, die uns zu Männer=tu=gend und Lie=bes=tod ge=weiht,

2. Wollt nimmer von uns weichen, uns immer nahe sein, treu, wie die deutschen Eichen, wie Mond und Sonnenschein! Einst wird es wieder helle in aller Brüder Sinn, sie kehren zu der Quelle in Lieb und Reue hin.

3. Es haben wohl gerungen die Helden dieser Frist, und nun der Sieg gelungen, übt Satan neue List. Doch wie sich auch gestalten im Leben mag die Zeit, du sollst uns nicht veralten, o Traum der Herrlichkeit.

4. Ihr Sterne, seid uns Zeugen, die ruhig niederschaun, wenn alle Brüder schweigen und falschen Götzen traun: wir wolln das Wort nicht brechen und Buben werden gleich, wolln predigen und sprechen von Kaiser und von Reich!

1. Wenn heut ein Geist herniederstiege, zugleich ein Sänger und ein Held, ein solcher, der im heilgen Kriege gefallen auf dem Sieges= feld: der sänge wohl auf deutscher Erde ein scharfes Lied wie Schwertes= streich, nicht so, wie ich es künden werde, nein! himmelskräftig, donner= gleich.

2. „Man sprach einmal von Festgeläute, man sprach von einem Feuermeer; doch was das große Fest bedeute, weiß es denn jetzt noch irgend wer? Wohl müssen Geister niedersteigen, von heilgem Eifer aufgeregt, und ihre Wundenmale zeigen, daß ihr darein die Finger legt.

3. „Ihr Fürsten! seid zuerst befraget: Vergaßt ihr jenen Tag der Schlacht, an dem ihr auf den Knieen laget und huldigtet der höhern Macht? Wenn eure Schmach die Völker lösten, wenn ihre Treue sie erprobt, so ist’s an euch, nicht zu vertrösten, zu leisten jetzt, was ihr gelobt.

4. „Ihr Völker, die ihr viel gelitten, vergaßt auch ihr den schwülen Tag? Das Herrlichste, was ihr erstritten, wie kommt’s, daß es nicht frommen mag? Zermalmt habt ihr die fremden Horden, doch innen hat sich nichts gehellt, und Freie seid ihr nicht geworden, wenn ihr das Recht nicht festgestellt.

5. „Ihr Weisen! muß man euch berichten, die ihr doch alles wissen wollt, wie die Einfältigen und Schlichten für klares Recht ihr Blut gezollt? Meint ihr, daß in den heißen Gluten die Zeit, ein Phönix, sich erneut, nur um die Eier auszubruten, die ihr geschäftig unter= streut?

6. „Ihr Fürstenrät’ und Hofmarschälle mit trübem Stern auf kalter Brust, die ihr vom Kampf um Leipzigs Wälle wohl gar bis heute nichts gewußt, vernehmt! an diesem heut’gen Tage hielt Gott der Herr ein groß Gericht; ihr aber hört nicht, was ich sage, ihr glaubt an Geisterstimmen nicht.

7. „Was ich gesollt, hab ich gesungen, und wieder schwing ich mich empor; was meinem Blick sich aufgedrungen, verkünd ich dort dem selgen Chor: Nicht rühmen kann ich, nicht verdammen, untröstlich ist’s noch allerwärts; doch sah ich manches Auge flammen und klopfen hört ich manches Herz.“

1. Wenn in stiller Stunde Träume mich umwehn, bringen frohe Kunde Geister ungesehn, reden von dem Lande meiner Heimat mir, |: hellem Meeresstrande, düsterm Waldrevier. :|