German poem
In die Welt hinaus
by Martin Greif (1839–1911)
Sie hatten sich keines Glücks erfreut, Der Arbeit fehlte der Segen, Es lagen nirgend Rosen gestreut Auf ihren dornigen Wegen.
Da faßten sie Mut zum schweren Entschluß, Der Heimat Valet zu sagen, Sie wandten sich los mit stummem Kuß Und unterdrückten ihr Klagen.
Sie rafften zusammen Stück für Stück Der letzten übrigen Habe, Wohl blickten sie oft und oft zurück, Als ging’ es von einem Grabe.
Und da nun am langen Schienenstrang Den Zug sie erwartend saßen Und die verschleierte Ferne lang’ Mit träumendem Auge maßen,
Da meinten sie, in den Lüften der Draht Beginne auf einmal zu klingen Und ihnen mit manchem guten Rat Auch den Abschiedsgruß zu singen.
„Wohl habt ihr gestritten, gelitten viel, Doch lebt noch die Hoffnung im Herzen, Ihr werdet erschauen der Reise Ziel Und eure Wunden verschmerzen.
Doch wenn ihr gegründet ein eig’nes Haus, Vergeßt nicht des Stübleins, des fernen! Ihr wandert ja nur in die Welt hinaus, Die Heimat recht lieben zu lernen.“ Martin Greif.