German poem
Nach dem Gewitter
by Martin Greif (1839–1911)
Das Wetter ist niedergegangen, Die Wolken, die grollend und grau Ins schwüle Gebirge gehangen, Sie stillten der Wälder Verlangen, Gelöst in unendlichen Thau; Der Himmel ward heiter und blau.
Wohl zittern wie flammend die Lüfte, Doch kühlet ein Wehen sie lind Und trägt durch die dampfenden Klüfte Der Kräuter gewürzige Düfte; Wo rege die Wipfel noch sind, Erschauern die Sträucher im Wind.
Breit fluthet der Bach von den Fällen, Der wirbelnd im Thale noch schwillt; Rings tausend lebendige Quellen Enteilen mit murmelnden Wellen: Der Balsam, der köstliche, quillt, Der Durst ist in Strömen gestillt.