German poem
Die kleinen schwachblauen Vergißmeinnicht
by Max Dauthendey (1867–1918)
Die kleinen schwachblauen Vergißmeinnicht Sind die Blumen vom wachsenden Vertrauen. Sie sehen dir offenherzig ins Angesicht Wie Gedanken, die im Denken aufschauen; Gedanken, die Pläne ins Grüne bauen, Von denen der Mund nicht laut spricht; Gleich den Augen der stillen verschwiegenen Frauen, Die unter dem Maienhimmel auftauen Und legen Geständnisse ab, die ihnen längst aus den Wimpern schauen.