Versos German Otto Ernst Schmidt Angelika

German poem

Angelika

by (1862–1926)

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Von der raschen Lebenswelle, Die mein Herz durchfloß, Die in sel'ger Stundenschnelle Brausend dich umschloß,

Von der Liebe Schönheitsrausche Taumelnd übermannt, Hab' ich oft im Liebestausche „Engel“ dich genannt.—

Schweigend Platz an unserm Tische Längst die Sorge nahm; Deiner Wangen holde Frische Tilgt ein früher Gram.

Seh's mit nagender Beschwerde, Seh's mit stiller Qual, Wie du jenen Gast am Herde Nährst mit deinem Mahl.

Hielt ich gern ein Leid verborgen, Nimmst du's dennoch wahr; Denn die Sprache stummer Sorgen Ist dir offenbar.

Was uns einst so fest umschlungen, Hält uns noch geeint: Tränen, die ich still bezwungen, Hast du still geweint.—

Oft umspinnen lichte Träume Die Gedanken mir, Durch des Hauses traute Räume Folgt mein Auge dir:

Eine Hülle seh ich fallen Wie ein irdisch Kleid, Einen Schimmer dich umwallen Wie aus künft'ger Zeit.

Und in solcher Liebesstunde Ernst verschwiegnem Glück Kehrt mir immerdar zum Munde Jenes Wort zurück.

Denn der Liebe sonder Klage Rührende Gewalt Wandelt mehr mit jedem Tage Dich zur Lichtgestalt.