German poem
Das erlösende Wort
by Otto Ernst Schmidt (1862–1926)
Ich hatte mich eifrig fürs Ganze gemüht; Viel Arbeit und Ärger war mir erblüht. Ich kämpfte, schuftete ums Gelingen— Mir sollt's und konnt's keinen Vorteil bringen.
Da kommt so'n Mensch, den Gott in die Welt Als Stütze für'n Naströpfel hingestellt, Und sagt ganz frech hinter meinem Rücken: Ich wolle mich nur mit Lorbeern schmücken.
Zwar dumm war's, doch auch niederträchtig; Drei Tag' lang war mir's im Herzen nächtig. Am vierten aber, da fiel mir's ein: „Der Kerl ist ein Gesinnungsschwein.“
„Gesinnungsschwein“—famos! famos! Gleich war ich allen Kummer los. Muse, hab' Dank für das hehre Wort! Ich pfeif mir ein Lied und wirke fort.
An einen außerordentlichen Professor,
so mich mit einem Elefanten verglich.
Symbol der Weisheit ist der Elefant, Und heilig hält man ihn am Flusse Ganges; Er ist des Buddha irdisches Gewand; Ganesa, Gott der Künste, des Gesanges, Wird elefantenhäuptig dargestellt; Auf Elefanten ruht das All der Welt; Ein Elefant ist Indras Schlachtgenosse—
Nie hört ich gleiches vom Rhinozerosse.