Versos German Otto Ernst Schmidt Um eine Hoffnung ärmer

German poem

Um eine Hoffnung ärmer

by (1862–1926)

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Betratst du je ein Haus Mit hoffendem Verlangen Und bist von dannen drauf Gesenkten Blicks gegangen, Um eine Hoffnung ärmer?

Wie anders schien die Welt Auf deinem ersten Gange, Als da du kehrst zurück Mit sorgenbleicher Wange, Um eine Hoffnung ärmer!

Wie bohren sich ins Hirn Die heißen Sonnenstrahlen! Wie bebt das kranke Herz In wilden Fieberqualen, Um eine Hoffnung ärmer!

Zerreißend dringt ins Ohr Der Straßen Lärmgewühle— Ach, daß du könntest ruhn, Das Haupt auf weichem Pfühle— Um eine Hoffnung ärmer!

Ach, daß das schwere Herz Der Tränen sich entlüde! Geduld! Noch kurzen Weg!— Wie wandelst du so müde, Um eine Hoffnung ärmer!

Da endlich winkt das Heim ... Wohin sollst du dich wenden? Aus allen Winkeln raunt's Und von den düstern Wänden: „Um eine Hoffnung ärmer!“