German poem
Waldidyll
by Otto Ernst Schmidt (1862–1926)
Voll Haß und Unrast lief ich in den Wald: Mein Herz war heiß; die Welt war tot und kalt. Du, Bächlein, bist so wild und kraus wie ich! Komm, schäumender Gesell, und lehre mich:— Du gleitest singend über Blum' und Moos— Was ist im großen Weltenspiel dein Los? Und sprühend, perlend klang es aus dem Schaum, Ein Lied, die Welle sang es wie im Traum:
„Im Schoß der Berge kurze Stunden träumen, Ein froher Sprung vom steilen Hange her— An starren Felsenklippen sich zerschäumen— Und seinem Selbst entsagen fern im Meer.“
Noch lange horcht ich. Klang's vom Himmel her? „Und seinem Selbst entsagen fern im Meer.“