Versos German Otto Ernst Schmidt Weib und Daheim

German poem

Weib und Daheim

by (1862–1926)

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Ich bin ein froher Mann, Der laut verkünden kann, Daß ihm die Liebste treu gesinnt, Und sehe wohl das Greinen Der Schlauen, so da meinen: „Man sagt's von manchem holden Kind.“

Nun hört: Wenn Zweifelsgram Die Kraft zum Werk mir nahm— Wer gleitet still auf meinen Schoß Und spricht von fernen Dingen, Die mir Genesung bringen, Und macht mich leis' der Ketten los?

Und kam ein düstrer Tag Mit schwerem Wetterschlag— Was ist's, das mir ins Auge fällt? Ein Strauß, ein zarter, neuer, Von Blumen, die mir teuer, Von meiner Liebsten hingestellt.

Wenn Hunde mich gehetzt Und mir das Kleid zerfetzt Und Menschenhaß im Hirne nagt— Was schiebt sich leis' ins Zimmer? Ein Kind wie Sonnenschimmer Und lallt, was sie ihm vorgesagt.

Doch ward ein Leid zu schwer, Verhüllt's kein Schleier mehr, Und muß es ausgesprochen sein, So blickt sie ohne Beben Mit mir dem argen Leben Gerad' ins wilde Aug' hinein.

Und alles sag' ich ihr, Und alles sagt sie mir Und teilt mit Lust mein schwerstes Los. Ich sah in manchen Nächten Aus allen Schattenmächten Ihr sanftes Auge, klar und groß.

Der Neid zeig', was er kann; Ich bin der starke Mann, Dem eine Seele treu gesinnt. Ihr Spötter, laßt mir's gelten, Und wollt ihr Kind mich schelten, So bin ich wohl des Glückes Kind.