Versos German Otto Ernst Schmidt Wintermorgen

German poem

Wintermorgen

by (1862–1926)

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O sterbensmüder Friede, O düstres Morgengraun! Wie ein Gefild des Todes Ist diese Welt zu schau'n.

Die kahlen Bäume schwanken, Vom Morgenwind umkreist, Als irrte durch die Kronen Ein wahnverstörter Geist.

Darüber drohen Wolken In stummer, dunkler Wut Gleich Wogen einer jählings Im Sturm erstarrten Flut.

Am düstren Morgenhimmel Hängt noch der fahle Mond, Ein kalter, bleicher Herrscher, Der über Schatten thront.

Das wird ein trübes Leuchten, Das dieser Tag uns bringt, Weil solchen Dust der Erde Die Sonne nicht durchdringt!

Dort steigt sie auf am Himmel In lichtdurchsprühtem Dampf; Sie wird das All durchwandeln In ruhelosem Kampf.

So will ich denn erharren Aufgang und Untergang— Auch mich umwogt das Dunkel; Mein Kampf wird schwer und lang.

Und will von ihr es lernen, Wie man im Kampf besteht Und wie ein Held am Abend Verblutend untergeht.