Versos German Peter Rosegger Himmel

German poem

Himmel

by (1843–1918)

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Unendlich der Raum, Unendlich die Zeit, Kein Ziel und Halt In Ewigkeit. Die Kinder des Leides, sie sehnen und rufen, Sie irren und zweifeln in Nacht und Not Und suchen nach Gott.

Sie suchen im Buchstaben, Sie suchen im Bild, Sie beten und bluten, Sie streiten wild, Entzünden die Scheiter zur lodernden Fackel, Sie suchen im Kelch und suchen im Brot: »Wo bist du, Gott?«

Sie suchen im Leben, Sie suchen in Kunst, Sie suchen in Grübeln Und Liebesbrunst, Sie suchen im düsteren Schatten der Tempel, Sie rufen in der Freiheit Morgenrot: »Wo bist du, Gott?«

Die Armen, sie wandern Am Pilgerstab, Die Weisen, sie suchen Die Himmel ab, Sie suchen im schuldlosen Kindesherzen, Und fragen mit Grauen den starren Tod: »Wo bist du, Gott?«

Und sieh, im Suchen Und heißen Streit Steht immer der Herr An ihrer Seit', Und klopft ihnen lächelnd wohl auf die Achsel: »Ihr Kinder, schaut euch doch einmal um! Seid nicht so dumm.«

Willst du jene Höh' erreichen ...

Willst du jene Höh' erreichen, Wo im Schatten kühler Eichen Sündenlos die Helden stehn: Laß dich nicht von Lust berücken, Laß dich nicht vom Weib umstricken, Oder du mußt untergehn. Wähne nicht, das Blut zu dämmen, Blut entströmt gleich andern Strömen Von der Höh' ins tiefe Tal. Willst du aufwärts, mußt dich klammen An des Geistes reine Flammen, Streben nach dem Ideal.