Versos German Peter Rosegger Hymne eines Glücklichen

German poem

Hymne eines Glücklichen

by (1843–1918)

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Ich möchte weinen, wie Selige schluchzen, die du aus der finsteren Drangsal der Erde in deine ewigen Himmel aufnimmst.

Nur das ist mein Schmerz, mein wonnig Verzagen, daß ich nicht kann sagen, wie glücklich ich bin.—

Ich hab' dich gefühlt am Busen der Mutter, im Auge des Freundes dein Lächeln gesehn; und als ich die einzige fand, die Geliebte, da warst du es ganz, der niederstieg und mich, den Schwachen, in Wonneschauer Bebenden, mit heißem Kuß an seine Brust gedrückt hat.

Die heißen Freuden haben mein Herz erschüttert; der Frost der Gräber hat mein Haar gebleicht.

Denn seit die heiligen Bilder deiner persönlichen Gottheit mir verweht sind, stehst du aufgedeckt vor mir in Alleinheit deiner unendlichen Schöpfung.

O, daß ich so vergebens in deinem Reich den Namen suche, dich zu nennen, du nimmerruhender Auf- und Niedergang, im Sturm und Sonnenlächeln ewige Harmonie, aus der mir die Stimme der Mutter, der Gattin Hauch und des Kindes Lächeln treu wieder entgegengrüßt.

Was einst mich beglückt in einzelnen Wesen, in einzelnen Wünschen und Hoffen beseelt, das find' ich nun, vereint mit dir, mit mir vereinigt zum ewigen Sein.

Die Leidenschaft schweigt—gestillt ist die Sehnsucht; erlöst an dein Herz, o Natur, sink' ich hin.

Die Blumen der Erde, die Sterne des Himmels, sie mögen verkünden, wie glücklich ich bin.