German poem
Ich bin ein großer Herre!
by Peter Rosegger (1843–1918)
Ich gebe mir die Ehre Und sing' ein Liedel fein, Ich bin ein großer Herre, Die ganze Welt ist mein.
Der Landmann, der mag säen Und ernten Korn und Lein; Doch Feldesblühn und -wehen Zur Maienzeit ist mein.
Die Karner mögen tauschen Und nutzen Baum und Stein, Doch Waldesgrün und -rauschen Und Waldesruh ist mein.
Wie arm sind doch die Reichen, Vom Herzensfrieden fern, Oft Knechte sondergleichen Sind diese hohen Herr'n.
Sie streiten sonder Labe Mit Schwert um Land und Meer; Ich zieh' mit meinem Stabe Erobernd hinterher.
Wie lustig ist das Wandern, Die Sorgen sind ja klein; Die schwere Welt ist andern, Die schöne Welt ist mein.