German poem
Ist der Mensch nicht wie die Schwalbe?
by Peter Rosegger (1843–1918)
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Ist der Mensch nicht wie die Schwalbe?— Mit dem Lenze fliegt er an Und verjubelt einen Frühling; —Heißer Sommer quält den Mann. Wie die Schwalbe an dem Neste, Baut er flink an seinem Glück, Muß um seine Reiser, Blätter Ringen mit dem Mißgeschick.— Leise kommt der Herbst geschlichen; Von des Lebens reifem Baum Reißt der Sturm die Frucht des Schaffens, Und der Mensch erwacht vom Traum. Sieh, am Scheitel seines Hauptes Wird es weiß—der erste Schnee; Matt und düster blickt das Auge, Ach, es friert der klare See.— Und er fühlt ein eigen Heimweh, Fremd wird ihm die Bruderhand;— Wie im Herbst die Schwalbe, zieht er Heim ins ewige Frühlingsland.