German poem
Stimmungen — 2 (Der teure Kranke)
by Peter Rosegger (1843–1918)
Der teure Kranke Ruht auf weichen Kissen, Und seine Lieben Hegen und pflegen Die müden Glieder In nimmer rastender, Zarter Sorgfalt, Und scheuchen bangend Trübe Schatten Emsig davon, Und haben milde, Schmeichelnde Worte Und frohen Trost Für sich und ihn.
Und plötzlich rollt Zwischen Kirchhofskreuzen Von kundigen Armen Stummer Männer Rasch gesenkt Der Sarg zur Tiefe. Und hüllenlos In furchtbarer Wahrheit, Die Herzen erdrückend, Wie Steine den Toten, Steht die kalte, unerbittliche, Dämonische Herrlichkeit Natur.