German poem
Tafelgruß zu einer Vermählung
by Peter Rosegger (1843–1918)
So steht's geschrieben denn: Heil sei den Liebenden, Die heut im siebenten Himmel frohlocken. Lasset nun diese Zwei Im Paradiese frei Wundersam süße Mai- Blümlein brocken. Doch ist's leicht selig sein, Wenn uns den Himmel ein Andrer gebaut. Denk' ich dein, lobesams Stammhaus des Bräutigams, Denk' ich dein, Stammhaus Der lieblichen Braut. Segle nun frohgemut, Schifflein, auf hoher Flut, Unter den Sternen der Liebe und Treu. Ich will zu dieser Stund' Preisen der Eltern Bund, Leuchtendes Vorbild der glücklichen Zwei Preise, mein Weihgesang, Waldsängers Treugesang, Preise den Schöpfer Der künftigen Welt. Was einst in Fleiß und Recht Erntet ein neu Geschlecht, Haben weitschauende Ahnen bestellt.—
Grenzstein der neuen Zeit Und der Vergangenheit Ist der zur Trauung Geschmückte Altar. Wenn ich des Rheines Reb' Urdeutschen Wein erheb', Grüß ich dich, junges, Dich, älterlich Paar. Heil sei den Preislichen, Die hier am häuslichen Herde warm hocken! Heil sei den Liebenden, Die heut im siebenten Himmel frohlocken! Euch eint, ihr Ziehenden, Der mit dem glühenden Hammer des Herzschlags Geschmiedete Ring. Haltet den Talisman, Der euch das Glück gewann, Nimmer den goldnen Hüter gering. Segle nun, frohgemut, Schifflein, auf hoher Flut, Segle ins wogende Leben hinaus.
Unsere Liebe zieht, Paar, als dein Engel mit Ein in dein alpen- Umfriedetes Haus.