German poem
Das dreizehende Lied
by Philipp von Zesen (1619–1689)
Himmel/ ach! schaue mein hertzliches leiden/ schaue/ wie hertzen von hertzen abscheiden. Ach! Herzog/ Du hast mier das hertze gezogen/ Du hast mich durch liebe zur liebe bewogen.
Liebe verübet und giebet nuhr schmertzen/ wan sie sich treibet zu bleiben im hertzen. Ach! Herzog/ Du hast mier das hertze gezogen/ Du hast mich durch liebe zur liebe bewogen.
Ach! ach! ach! doch ich verlange mein Leben hertzlich zu hertzen/ Ihm alles zu geben. Ach! Herzog/ Du hast mier das hertze gezogen/ Du hast mich durch liebe zur liebe bewogen.
Nuhn wil ich üben/ was giebet zum lieben/ Liebe/ ja liebes-lust wil ich verüben. Ach! Herzog/ Du hast mier das hertze gezogen/ Du hast mich durch liebe zur liebe bewogen.
Liebster/ ach! laß uns doch leben zusammen! laß uns vermehren und nähren die flammen. Ach! Herzog/ Du hast mier das hertze gezogen/ Du hast mich durch liebe zur liebe bewogen.
Ei! nun so bleib' ich dein eigen mein Leben/ weil Du dich mier auch zu eigen ergeben. Dann Herzog/ Du hast mier das hertze gezogen/ Du hast mich durch liebe zur liebe bewogen.