German poem
Iii
Laßt uns gern einander lauschen, innerst grenzenlos gesellt, Sinn und Seele liebreich tauschen, so wird kleine große Welt.
Das Spiel der Welt
Philosophisches Scherzo
1) Dialog
Die Seele sprach zur Welt: Du machst dich viel zu wichtig. Dein Spiel ist ohne mich im Grunde null und nichtig.
Zur Seele sprach die Welt: Das ist im Grunde richtig. Das Spiel machst du, nicht ich; drum ist es gründlich nichtig.
2) Moral
Die Seele macht sich gern mit ihrer Welt zu wichtig; Weltseele muß man sein, dann macht man Alles richtig.
3) Kritik
Das ist ein schlechter Spaß; du hältst die Welt zum Narren und rätst ihr obendrein zu deinem eignen Sparren.
4) Antikritik
Das ist kein schlechter Spaß, ich hab gar gut erfahren: wo Weisheit ratlos steht, ist Narrheit flugs im Klaren.
5) Supermoral
Die Seele mahnt sich stets: sei endlich ganz und tüchtig! So bleibt sie ewig halb weltsüchtig, halb weltflüchtig.
In Summa
Bin Mensch, All, Nichts, nach Wahl des Lichts.
Lohngesetz
Jeder will möglichst viel vom Leben und möglichst wenig dafür geben. Als bloßer Anblick scheint’s abscheulich, doch handle, Mensch, dann weicht der Schein; du wirst dir wert, das ist erfreulich, nun muß das Ganze wertvoll sein. Vergieb dir nichts, tu nichts vergebens, das ist das Lohngesetz des Lebens.
Ungleiche Schätzung
Schlauheit erwägt das Schlechte, Klugheit das Rechte, Weisheit die Mächte.
Schlauheit fristet sich hin, Klugheit bringt Gewinn, Weisheit schenkt dem Leben Sinn.
Reinertrag
Was wir sammeln, was wir speichern, mag’s die Erben noch bereichern, einst vergeht’s. Nur der Schatz der Seelenspenden wächst, je mehr wir ihn verschwenden, jetzt und stets.
Ewiges Ziel
Zum verschloßnen Schrein eilt dein Lebenslauf; schließt er Liebe ein, schließt ihn Liebe auf.
Zwecksprüche