Versos German Richard Dehmel Iii

German poem

Iii

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Laßt uns gern einander lauschen, innerst grenzenlos gesellt, Sinn und Seele liebreich tauschen, so wird kleine große Welt.

Das Spiel der Welt

Philosophisches Scherzo

1) Dialog

Die Seele sprach zur Welt: Du machst dich viel zu wichtig. Dein Spiel ist ohne mich im Grunde null und nichtig.

Zur Seele sprach die Welt: Das ist im Grunde richtig. Das Spiel machst du, nicht ich; drum ist es gründlich nichtig.

2) Moral

Die Seele macht sich gern mit ihrer Welt zu wichtig; Weltseele muß man sein, dann macht man Alles richtig.

3) Kritik

Das ist ein schlechter Spaß; du hältst die Welt zum Narren und rätst ihr obendrein zu deinem eignen Sparren.

4) Antikritik

Das ist kein schlechter Spaß, ich hab gar gut erfahren: wo Weisheit ratlos steht, ist Narrheit flugs im Klaren.

5) Supermoral

Die Seele mahnt sich stets: sei endlich ganz und tüchtig! So bleibt sie ewig halb weltsüchtig, halb weltflüchtig.

In Summa

Bin Mensch, All, Nichts, nach Wahl des Lichts.

Lohngesetz

Jeder will möglichst viel vom Leben und möglichst wenig dafür geben. Als bloßer Anblick scheint’s abscheulich, doch handle, Mensch, dann weicht der Schein; du wirst dir wert, das ist erfreulich, nun muß das Ganze wertvoll sein. Vergieb dir nichts, tu nichts vergebens, das ist das Lohngesetz des Lebens.

Ungleiche Schätzung

Schlauheit erwägt das Schlechte, Klugheit das Rechte, Weisheit die Mächte.

Schlauheit fristet sich hin, Klugheit bringt Gewinn, Weisheit schenkt dem Leben Sinn.

Reinertrag

Was wir sammeln, was wir speichern, mag’s die Erben noch bereichern, einst vergeht’s. Nur der Schatz der Seelenspenden wächst, je mehr wir ihn verschwenden, jetzt und stets.

Ewiges Ziel

Zum verschloßnen Schrein eilt dein Lebenslauf; schließt er Liebe ein, schließt ihn Liebe auf.

Zwecksprüche