German poem
Jeder nach seiner Art
by Rudolf Baumbach (1840–1905)
Nie werden Trauben süss und schwer An Haselbüschen reifen, Der Distelfink lernt nimmermehr Wie eine Drossel pfeifen.
Sehnsüchtig klagt im Hollerstrauch Das Nachtigallenmännchen, Ich singe nach Vagantenbrauch Beim Klapp der Deckelkännchen.
Der feilt an einer Elegie, Der schmiedet eine Fabel, Ich singe in die Winde, wie Gewachsen mir der Schnabel.
Ich hab’s gelernt im grünen Wald Beim Rauschen alter Föhren, Und wem mein Singsang nicht gefallt, Der braucht nicht zuzuhören.