German poem
Des sehers wort ist wenigen gemeinsam
by Stefan George (1868–1933)
Des sehers wort ist wenigen gemeinsam: Schon als die ersten kühnen wünsche kamen In einem seltnen reiche ernst und einsam Erfand er für die dinge eigne namen –
Die hier erdonnerten von ungeheuern Befehlen oder lispelten wie bitten · Die wie Paktolen in rubinenfeuern Und bald wie linde frühlingsbäche glitten ·
An deren kraft und klang er sich ergezte · Sie waren wenn er sich im höchsten schwunge Der welt entfliehend unter träume sezte Des tempels saitenspiel und heilge zunge.
Nur sie – und nicht der sanften lehre lallen · Das mütterliche – hat er sich erlesen Als er im rausch von mal und nachtigallen Sann über erster sehnsucht fabelwesen ·
Als er zum lenker seiner lebensfrühe Im beten rief ob die verheissung löge .. Erflehend dass aus zagen busens mühe Das denkbild sich zur sonne heben möge.