German poem
Sie die in träumen lebten sehen wach
by Stefan George (1868–1933)
Sie die in träumen lebten sehen wach Den abglanz jener pracht die sie verliessen Um gram und erde · und sie weinen stille Die stunden füllend mit erinnerung
Ans blaue ufer wo mit sanftem tritt Goldflügel-kinder wandeln und die müden Vom kerker eben freien seelen grüssen Die noch verwirrt die blöden blicke drehn
In dem erstaunend hellen wunderland .. So helft euch aus der wahrheit – mitgefangene! Es bleibt für euch noch eines lächelns schatten Wenn euer beider leben auch gebannt
Jezt wieder schmachten muss in grabesluft. Ein flüchtiger blick in euren gittern zündend Belebt die hoffnung eurer engen wüste .. Und bleich und plötzlich küsst ein strahl dein haar.