German poem
Als Ich Schweigend Brütete
by Walt Whitman (1819–1892)
Als ich schweigend brütete, Von meinen Gedichten nicht loskam, erwägend, verweilend, Erhob sich vor mir ein Gespenst unheimlichen Anblicks, Furchtbar in Schönheit, Alter und Macht, Geist von Dichtern alter Lande, Als werfe es auf mich seine Augen wie Flamme, Und mit dem Finger auf viele unsterbliche Dichtungen deutend, Und drohender Stimme Was singst du? sprach es, Weißt du nicht, daß es für Sänger, die dauern, ein Thema nur gibt? Und das ist das Thema des Kriegs, das Glück der Schlachten, Die Zeugung vollkommner Soldaten.
Sei's drum, gab ich zur Antwort, Ich, hoffärtger Schatten, singe auch Krieg, längern und größern, als je einer war, Angehoben in meinem Buch mit wechselndem Glück, Mit Flucht, Vormarsch und Rückzug, vertagtem und schwankendem Sieg, (Sicherm doch, dünkt mich, oder so gut wie sicherm, am Ende,) das Schlachtfeld die Welt, Um Leben und Tod, um den LEIB und um die ewige SEELE, Siehe, auch ich bin gekommen im Singen des Schlachtgesangs, Ich vor allem bringe tapfre Soldaten hervor.