German poem
Küchlein
by Wilhelm Hey (1789–1854)
Küchlein! Küchlein! leichtsinnig Kind! Wohin läufst du nun wieder so geschwind? Durchkriechst gleich alle Winkel und Ecken, willst immer gern etwas Neues entdecken; und siehst du dann deine Mutter nicht, gleich schreist du so kläglich, du armer Wicht.
Das Küchlein lief in den Garten hinein; bald hört es die Mutter ängstlich schrein. Da suchte sies auf mit Müh und Not; vor Ängsten und Schrecken wars halbtot. Schnell unter die Flügel krochs ihr nun und denkt: ich wills nimmermehr wieder tun.