German poem
Wenn auch getrennt die Körper sind, zu dringen
by August von Platen-Hallermünde (1796–1835)
Wenn auch getrennt die Körper sind, zu dringen Vermag zum Geist der Geist, indem er denket; Wenn meine Seele sich in dich versenket, So mein ich, müßt es dir im Ohre klingen.
Besäße nicht der Gott der Liebe Schwingen, Er hätte nie zum Himmel sie gelenket, Und wenn dein Herz er mir im Traume schenket, Von wem als dir vermag er mir's zu bringen?
Wenn du mich liebst, so will ich gern ertragen, Dir fern zu sein, weil ich zu gut verstehe, Was unsre Seelen ohne Laut sich klagen.
Allein so lang ich noch in Zweifel stehe, Und gerne möchte deine Blicke fragen, Acht ich Entfernung als das größte Wehe.
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