Versos German Ernst Koch Am 8. December

German poem

Am 8. December

by (1808–1858)

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Sieh, wie buntes Schneegewimmel Spielet durch den öden Himmel, Und es heult der Stürme Wuth. Ob auch mit erstorb'nen Lilienwangen Die Natur im Schlummer ruht, Ist mir doch ein Frühling aufgegangen, Und (ich fühl' es an dem Wogen Dieser übersel'gen Brust) In mein frohes Herz gezogen, Reich an Blüthen, reich an Luft. War nicht heute, freudig tönt's die Laute, Beben's meine Saiten nach, War nicht heute jener frohe Tag, Wo Dein Blick dies schöne Leben schaute? Ach, Geliebte, war's nicht heute? Wo ich, noch ein Knab', an Deiner Wiege saß, Und mein Lieblingsspiel vergaß, Und der Schwester königlich mich freute, Selig dir ins Auge blickte, Ja, und dreimal glücklich war, Wenn ich auf Dein kleines Lippenpaar Dir den Kuß der Bruderliebe drückte? Vierzehn Lenze sind geschwunden, Doch des Knaben Liebe nicht. Was ich damals schon empfunden, Fühl' ich noch in schönen Stunden, Wenn Dein sanftes Angesicht Treue Schwesterliebe spricht.

Hätt' ich Hölty's Lautenklang, Ließe meine Saiten rauschen, Daß die Engel mir im Himmel lauschen, Säng' ich meinen schönsten Hochgesang: Nimmer würd' es mir gelingen, Meine Liebe Dir zu singen.

Wandle froh und glücklich durch Dein Leben, Trau dem frommen, kindlich reinen Sinn, Von den Engeln, welche Dich umschweben, Sei die Sanftmuth Deine Führerin. Unschuld, an der Liebe Hand, Leite Dich zum bessern Land. Ach, noch keinem Menschen war's verliehen Immer glücklich, immer froh zu sein! Und soll über Dir auch eine Wolke ziehen, Wohl, so sei's im rosenfarbnen Schein, Und sie senk' in Freudenthränen sich In Dein stilles Leben nieder. Dann umlächle freundlich wieder Dein entwölkter Himmel Dich!