German poem
Ich Lass Ihn Nicht!
by F. Max Müller (1823–1900)
Ach nein, ich lass dich nicht, ach nein! Du sollst und kanst mir nicht entgehen, Ich halte dich, mein einig Ein, Und lässt du auch zuletzt geschehen, Dass Erd und Himmelreich vergieng, Es irrt mich nicht, es mag vergehen, Um dich lass ich schon alle Ding, Wie sollt darauff mein Wille sehen? Mein GOtt, mein Lieb, mein einig Guth! Und gieng mir Lieb und Seel zu Grunde, So lang da noch in meinem Muth Ein Schmack und Fünckgen wird gefunden, So lang bleib ich dir treu gesinnt, Mit Zucker hast du mich gefangen, Als wie man lockt ein spielend Kind, So lüstet mich dir anzuhangen. Du bist mein Grund, wo sollt ich hin? Du bist mein GOtt, dir halt ich stille: Mein Wille, Geist hat seinen Sinn, Dir gantz verknüpfft: so gehs nur wie es ist.