German poem
L.
by F. Max Müller (1823–1900)
2.
Duo Cêsar duo widere ci Rôme gesan, si ni woltin sîn niht intfân: si quâdin daz er durch sîni geile haviti virlorin des heris ein michil deil, daz her in vremidimo lante ân urlôf sô lange havite. mit zorne her duo wider wante ci diutischimo lante, dâ her hât irkunnôt manigin helit vili guot; her sante zuo den heirrin die dâr in rîche wârin: her clagitin allin sîni nôth. her bôt un golt vili rôt; her quad daz her si wolti gern irgezzin, obir un ieht ci leide gedân hetti. Duo si virnâmin sînin willen, si saminôtin sich dar alle: ûzir Gallia unti Germanie quâmin imi scarin manige mit schînintin helmen, mit vestin halspergin. si brâhtin manigin scônin schiltrant; als ein vluot vuorin sin daz lant. duo ci Rôme her bigondi nâhin, duo irvorhtim dâr manig man, wanti si sâgin schînin sô breite scarin sîni, vanin ingegin burtin: des lîbis si alle vorhtin. Cato unti Pompeiûs rûmitin rômischi hûs; al der senâtûs; mit sorgen vluhin si dirûz. her vuor un nâh jaginta, wîtini slahinta, unz in Egypti lant: sô michil ward der herebrant. Wer mohte gecelin al die menige die Cesari îltin in gegine van ôstrit allinthalbin, alsi der snê vellit ûffin alvin, mit scarin unti mit volkin, alsi der hagil verit van den wolkin. mit minnerem herige genanter an die menige. duo ward diz hertisti volcwîg, alsô diz buoch quît, daz in disim merigarten ie gevrumit wurde. Oy wi di wâfini clungin, dâ di marih cisamine sprungin! herehorn duzzin, becche bluotis vluzzin; derde diruntini dunriti, di helli in gegine glimite, dâ di hêristin in der werilte suohtin sich mit suertin. duo gelach dir manig breiti scari mit bluote birunnin gari. dâ mohte man sîn douwen durch helme virhouwin des rîchin Pompeiis man: Cêsar dâ den sige nam.
Als Cæsar da wieder nach Rom sich begab, da wollten sie ihn nicht empfangen. Sie sagten, dass er durch seinen Übermuth einen grossen Theil des Heeres verloren habe, welches er in fremdem Lande ohne Erlaubniss so lange gehabt hatte. Mit Zorn wandte er sich da zurück zu dem deutschen Lande, wo er kennen gelernt hatte manchen sehr guten Helden. Er sandte zu den Herren, die da im Lande waren: er klagte ihnen allen seine Noth, er bot ihnen Gold sehr roth; er sagte, dass er ihnen gern ersetzen wollte, wenn er ihnen je etwas zu Leide gethan hätte. Da sie seinen Willen vernahmen, so sammelten sich da alle: aus Gallien und Germanien kamen ihm da manche Schaaren mit glänzenden Helmen, mit starken Panzerhemden. Sie brachten manchen schönen Schildesrand; wie eine Fluth kamen sie in das Land. Da er sich Rom zu nahen begann, da fürchtete sich mancher Mann, denn sie sahen glänzen seine Schaaren so breit, die Fahnen entgegen getragen: sie fürchteten sich alle des Lebens. Cato und Pompejus räumten das römische Haus; der ganze Senat, mit Sorgen flohen sie daraus. Er fuhr ihnen nach jagend, weithin schlagend, bis nach Egyptenland: so gross ward die Kriegsflamme. Wer möchte all die Vielen zählen, die dem Cæsar entgegen eilten, von ostwärts allenthalben, wie der Schnee fällt auf den Bergen, mit Kriegsschaaren und mit Völkern, wie der Hagel fährt von den Wolken. Mit kleinerem Heere wagte er sich an die Vielen. Da ward der härteste Volkskampf, wie das Buch sagt, der auf dieser Erden je gethan ward. Hei, wie die Waffen klangen, als die Pferde zusammen sprangen! Die Heerhörner dröhnten, Bäche Blutes flossen; die Erde unten donnerte, die Hölle glühte ihnen entgegen, da die Stolzesten in der Welt sich mit Schwertern suchten. Da lag da manche breite Schaar mit Blute gar beronnen. Da konnte man sterben sehn, erschlagen durch die Helme, des mächtigen Pompejus Mannen: Cæsar gewann da den Sieg.