German poem
Acht und sechszigstes Sonett: [Zerstreut im Wind die goldnen Locken waren]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Zerstreut im Wind die goldnen Locken waren, Zu tausend süßen Knoten aufgewunden, Und mildes Licht ward ohne Maß entbunden In Augen, die damit so karg nun sparen. Und Mitleid schien ihr Blick zu offenbaren; Ich weiß nicht, ob ich's wahr, ob falsch erfunden. Der Liebeszunder drinnen ich empfunden, – Was Wunder, wenn ich schnelle Gluth erfahren? Ihr Gang war nicht, wie andre Erdensache, Sondern von Engelart, und ihrem Munde Entstiegen Worte, nicht wie Menschensprache; Ein Himmelsgeist, ein Bild lebend'ger Sonnen War, was ich sah. Und war' es auch zerronnen; Ob schwächern Bogens heilet keine Wunde.
More by Francesco Petrarca
- Acht und achtzigstes Sonett: [So will ich denn, Sennuccio, dir entfalten]
- Acht und dreyßigstes Sonett: [Ich sah, wie drin die Kraft sich schon verliere]
- Acht und fünfzigstes Sonett: [Entspricht so End' als Mitte dem Beginnen]
- Acht und neunzigstes Sonett: [Amor, Schicksal und mein Gemüth, zum Lande]
- Acht und siebenzigstes Sonett: [Das Fenster, das, so oft's ihr will behagen]
- Acht und vierzigstes Sonett: [Vermöchtet ihr, durch abgewandte Schritte]
- Acht und zwanzigstes Sonett: [Glaubt' ich, es würde mich der Tod entladen]
- Achtes Sonett: [Wann der Planet, welcher die Stunden scheidet]