German poem
Einhundert und drittes Sonett: [Frieden nicht findend, nicht im Kriegesstande]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Frieden nicht findend, nicht im Kriegesstande, Fürcht' ich und hoff' und schaudre und erwarme, Flieg' himmelan und haft' am Erdenrande, Umfasse nichts, wenn ich die Welt umarme. Mich schlug, der weder löst noch schließt, in Bande, Der mich nicht mag und frey nicht läßt die Arme; Der mich nicht tödtet, noch der Kett' entwandte, Läßt leben nicht, entnimmt mich nicht dem Harme. Ich seh' ohn' Augen, ohne Zung' ich flehe, Muß Untergang und Hülfe gleich ersehnen; Ich hasse mich, Andrem in Lieb' ergeben, Zehre von Schmerz und lache unter Thränen, Gleich mißbehagt mir Sterben so als Leben. Um Euch, Madonna, trag' ich solches Wehe.
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