German poem
Einhundert und erstes Sonett: [Ist's Liebe nicht, was ist's denn, was ich trage]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Ist's Liebe nicht, was ist's denn, was ich trage? Ist's Lieb' um Gott! was ist denn diese eben? Ist's gut, wie mag es Tod und Schmerzen geben? Ist's bös, warum so süß dann jede Plage? Glüh' ich freywillig, wo denn her die Klage? Ist's wider Willen, was denn frommt mein Beben? O freudenreiches Weh, o Tod voll Leben, Was gibt die Macht euch, wenn ich Ja nicht sage? Und sag' ich Ja, so klag' ich nicht mit Rechte. Bey widerwärt'gem Wind, auf morschem Kahne Treib' ohne Steuer ich durch offne Fluthen, So leicht an Weisheit und so voll von Wahne, Daß selber ich nicht weiß, was gern ich möchte, Im Winter glüh' und beb' in Sommers Gluthen.
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