German poem
Einhundert und fünfzigstes Sonett: [Amor, Natur und Sie, wo, fern vom Tande]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Amor, Natur und Sie, wo, fern vom Tande Der Erde, Demuth so als Tugend walten, Sind gegen mich verschworen; treu der alten Art treibt mich Amor zu des Todes Rande; Natur hält sie mit also zartem Bande, Daß keine Kraft vermag, es zu erhalten; Und aus dem Leben sehnt, dem ungestalten, Sie sich hinweg nach einem bessern Lande. Den theuren Gliedern drum, den süßen, frommen, In denen wahrer Liebreiz sich gespiegelt, Verglüht gemach des Geistes letzter Funken. Wenn Mitleid nicht des Todes Treiben zügelt, Seh' ich, wie tief die Hoffnungen gesunken, Von denen Leben mir und Lust gekommen.
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