German poem
Sieben und zwanzigstes Sonett: [Einsam und sinnend zieh' ich durch die Lande]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Einsam und sinnend zieh' ich durch die Lande, Die ödesten, mit langsam trägem Schritte, Und ringsum schweift zur Flucht mein Blick, wo Tritte Der Menschen irgendwo zu sehn im Sande. Nicht bin ich sonst zu schützen mich im Stande Vor dem, was in der Späher Kreis ich litte, Weil meines Wandels freudelose Sitte Nach außen Kunde gibt vom innern Brande; So daß ich glaub', es kennen die Gefilde, Strom, Berg' und Wälder meines Lebens Schwäche, Die vor der Menschen Augen ich versteckte. Doch weiß ich nicht so rauhe Pfad' und wilde Zu suchen, welche Amor nicht entdeckte, Daß ich mit ihm, er sich mit mir bespreche.
More by Francesco Petrarca
- Sieben und neunzigstes Sonett: [Die zarte Blässe, welche hielt umflossen]
- Sieben und sechszigstes Sonett: [Entflohn der Haft, wo Amor lang' in Mauern]
- Sieben und siebenzigstes Sonett: [Da Euch und mir so oft es sich erwiesen]
- Sieben und vierzigstes Sonett: [Vater der Höhn, nach manch verlornem Tage]
- Siebentes Sonett: [Am Fuß der Hügel, wo das Prachtgeschmeide]
- Siebenzehntes Sonett: [Erröthend, Herrinn, daß noch keine Zeile]
- Siebenzigstes Sonett: [Klagt Frau'n und Amor klag' in euren Chören]
- Sonett 87