German poem
Vier und dreyßigstes Sonett: [Neun Tage schon vom hohen Söller siehet]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Neun Tage schon vom hohen Söller siehet Und forscht Apoll mit eitler Mühewaltung Nach ihr, die einst ihn, sorglos der Erhaltung, Zu Seufzern trieb und Andre nun durchglühet. Er sucht und weiß es nicht, ob nah sie blühet, Oder ob fern in dunkeler Entfaltung. Nun gleicht er dem an schreckender Gestaltung, Den Schmerz berückt, weil das Geliebt' entfliehet. – So stand er trauernd hinter Wolkengründen, Sah nicht das Antlitz kehren, dessen Prangen Ich tausend Blättern – leb' ich – anvertraue. Vor Gram ließ so verwandelt er sich finden, Daß Thränen aus dem schönen Auge drangen, Weshalb die Luft ich noch verfinstert schaue.
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