German poem
Zweyhundert ein und sechszigstes Sonett: [Amor, der du im Glück mit mir gezogen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Amor, der du im Glück mit mir gezogen Durch diese Ufer, freundlich unserm Dichten, Und, unsre alten Händel hier zu schlichten, Mit mir und mit dem Fluß Gespräch gepflogen! Laub, Blumen, Schatten, Höhlen, Luft und Wogen, Thalklausen, Hügel, Fluren all', ihr lichten! Port, meiner Liebe Mühen zu beschwichten Und was das Glück von Schmerz mir zugewogen! O flücht'ge Scharen ihr im grünen Hage! O Nymphen! Und, die flüssige Krystallen In moos'gem Grund zum Haus ihr euch erkoren! Hell einst, sind nun so düster meine Tage, Wie, der es schafft, der Tod. So ist gefallen Jedem sein Loos am Tag, da er geboren.
More by Francesco Petrarca
- Zweyhundert ein und achtzigstes Sonett: [Hast Höchstes nun, was du vermagst, begangen]
- Zweyhundert ein und dreyßigstes Sonett: [Was thust, was denkst du, daß du nur nach Tagen]
- Zweyhundert ein und fünfzigstes Sonett: [Hätt' ich gedacht, daß je die Welt so ehrte]
- Zweyhundert ein und neunzigstes Sonett: [O Zeit, o Himmelslauf, der du die blinden]
- Zweyhundert ein und siebenzigstes Sonett: [Dahin ist ach! die Zeit nun und vergangen]
- Zweyhundert ein und vierzigstes Sonett: [Das schönste Antlitz, so je ward gefunden]
- Zweyhundert ein und zwanzigstes Sonett: [In solchem Stern hab' ich zwey Augen sehen]
- Zweyhundert fünf und achtzigstes Sonett: [Der Blick, fromm, süß und theuer, schien zu sagen:]