German poem
Zweyhundert ein und fünfzigstes Sonett: [Hätt' ich gedacht, daß je die Welt so ehrte]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Hätt' ich gedacht, daß je die Welt so ehrte In wehevollem Reim der Seufzer Minnen, Hätt' ich gemacht seit meines Wehs Beginnen Wohl mehr an Zahl, im Styl von seltnerm Werthe. Nun sie gestorben, die mich sprechen lehrte, Und die da stand auf meines Denkens Zinnen; Kann nicht so süße Feil' ich mehr gewinnen, Die rauhen, dunkeln Reim glättet' und klärte. Und sicher war damahls mein ganzes Sehnen, Nur auszuhauchen meines Jammers Schwere, Wie's käm', nicht daß ich Ruhm erwürb' im Liede; Nur Thränen wollt' ich, Ehre nicht durch Thränen. Jetzt möcht' ich wohl gefallen; doch die Hehre Rufet mich nach, der stumm ich steh' und müde.
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