German poem
Zweyhundert ein und dreyßigstes Sonett: [Was thust, was denkst du, daß du nur nach Tagen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Was thust, was denkst du, daß du nur nach Tagen Zurücke schaust, die niemahls wiederkommen, Trostlose Seele? Und von Loh' umglommen, Warum noch willst du Holz zum Feuer tragen? Die sanften Wort' und süßer Blicke Tagen, Die du beschrieben bis auf's Kleinst', entnommen Sind sie der Erd' und nichts mehr kann da frommen, (Du weißt's) sie sind hier nirgend zu erfragen. Ach! nicht erneue, was uns Tod bereitet! Von irren Wahngebilden sey geschieden, Festes gesucht, was uns zum Glück geleitet; Zum Himmel auf, gefällt uns nichts hienieden! – Verderblich ward so Schönes ausgebreitet, Wenn todt, wie lebend, es uns nimmt den Frieden.
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