German poem
Ein Anderes
by Franz Werfel (1890–1945)
Daß einmal mein dies Leben war, Daß in ihm jene Kiefern standen Und Ufer schlafend sich vorüberwanden, Daß ich in Wäldern aufschrie sonderbar. Daß einmal mein dies Leben war!
Wo Ufer schlafend sich vorüberwanden, Was trug der Fluß mit Schilf und Wolk' davon? Wo bin ich—und ich höre noch den Ton Von Ruderbooten, wie sie lachend landen, Wo Ufer schlafend sich vorüberwanden.
Wo bin ich—und ich höre noch den Ton Von Equipagen, dicht im Kies verfahren, Kastanien- und Laternensprache waren Noch da und Worte—doch wo sind sie schon? Wo bin ich—und ich höre noch den Ton? Kastanien- und Laternensprache waren Noch da und? Atem einer breiten Schar. Und mein war ein Gefühl von Gang und Haaren. O Ewigkeit!—Und werd' ich es bewahren, Daß einmal mein dies Leben war!