Versos German Franz Werfel Tempel-Traum

German poem

Tempel-Traum

by (1890–1945)

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Wenn die Stunde saust, Und die Frühe säumt, Wacht der Schläfer schwer Wie Ertrunkner auf.

Schlamm weilt auf der Stirn, Und ins Haargewirr Flechten Tang und Gras Braunen Bettelkranz.

Und es ist ein Haus Voll von Sang und Hall. Lampe lebt in Rauch Über Treppen hin.

Eine Mutter geht. . . Und er weiß nicht wo, Duft und Stimme wird In der Höhe süß.

Doch ein Priester ernst Schreitet in die Fern' Seinem Stabe nach, Goldnem Vogelknauf.

Und Vestalin sitzt Bei dem Flammentier, Springt ein Wind herein, Hütet sie den Schoß.

Wo der Tempelbau Oben offen ist, Schwebt ein Adler groß Unterm Morgenmeer.

Und die Schläferstirn Löset ein Gesang, Und das Herze wächst Mit der Flut des Nils.