Versos German Friederike Kempner Der Leuchtthurm

German poem

Der Leuchtthurm

by (1828–1904)

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Ein Morgen, ein schöner Morgen bricht an, Ein Morgen voll goldener Sonnen! Es reifen die herrlichsten Früchte alsdann, Von ewiger Dauer umsponnen.

Ein Morgen, ein schöner Morgen bricht an, Ein Morgen voll goldener Sonnen! Wann bricht er, wann bricht jener Morgen an, Dess' Roth noch heut nicht begonnen?

Der Morgen, der goldne, dem Welttheil gleicht, Entdeckt in großen Gedanken, Der muthige Denker, der kühn ihn erreicht, Er trat mit der Welt in die Schranken.

Der Morgen, der goldne, dem Leuchtthurm gleicht, Erspähet auf brandigen Wogen, Ob Brandung das Schiff, das Schiff ihn erreicht— Das Licht, es hat nimmer gelogen!

Die Nacht ist da und die Brandung ist da, Der Leuchtthurm, er strahlet von ferne, Ob wir uns ihm nahen, ihn sehen von nah— Dran zweifle ich, Gott weiß es, nicht gerne!

Doch daß ihn dereinst, doch daß ihn dereinst Das Schifflein noch jubelnd begrüße, O künftige Mannschaft, ich weiß es,—Du weinst— Alsdann erst die Thräne, die süße:

Der früheren, vorigen Mannschaft geweiht, Die strandend das Licht noch erblickte: Das herrliche Licht der Brüderlichkeit, Trotzdem sie die Finsterniß drückte.