German poem
Geh’ an den Rhein!
by Friedrich Emil Rittershaus (1834–1897)
Geh’ an den Rhein in Maientagen Und ruhe an des Ufers Saum! Die Woge rauscht; die Vögel schlagen Im blüthgeschmückten Apfelbaum.
Im Sommer komm’ zum Strom gezogen Und siehe, wie er strahlt und lacht! Um der zerfall’nen Burgen Bogen Schlingt sich der wilden Rosen Pracht.
Und sind verweht des Sommers Wonnen, Zum Rheine zieh’ im Herbste hin Und tanzen sieh’ bei vollen Tonnen Den Winzer und die Winzerin!
Im Winter schaue den Giganten, Wenn er verderbenbringend dräut, Wenn er die blitzenden Demanten Auf die geborst’nen Schollen streut!
Und willst du recht den Rheinstrom loben, Füll’ bis zum Rand das Glas mit Wein Und leer’ es bis zur Nagelproben Und ruf’: „Hurrah, du deutscher Rhein!“ Emil Rittershaus.