German poem
Wo die Blumen so still leben
by Friedrich Rückert (1788–1866)
Wo die Blumen so still leben, Leb' ich eben so still, eben So zufrieden wie sie. Stör' in unserem Stilleben Spur von Menschen uns nie!
Wie sie blühenden Schein bilden Um mich, kann ich mir einbilden, Daß nichts sei als ein Schein, Dränge zwischen den Scheinbilden Sich nichts Wirkliches ein!
Wo die Ranken so dicht schatten, Kommen zu mir die Lichtschatten Meiner Todten geschwebt; Sie sind lebend, sind nicht Schatten, Wo nichts anderes lebt.
More by Friedrich Rückert
- Wir haben lang' mit stummem Schmacherröten
- Wir stilles Volk in des Gebirges Kluft
- Wir verbitten uns Beileidsbezeugungen
- Wird doch nicht übers Kind der Vater ungeduldig
- Wo hört die Heimat auf und fängt die Fremde an
- Wo ihr Sommerlüfte
- Wo ist sie denn, die ich mit Blicken suche
- Wo mit der Dumpfheit sich die Wissenschaft verbündet